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Klaus Werner – Digitalisierungsmacher mit CFO-Blick

Wer Klaus Werner eine neue Technologie vorstellt, sollte auf eine Frage vorbereitet sein: Was bringt sie dem Kunden? Nicht irgendwann, sondern möglichst konkret. Das ist typisch für den Geschäftsführer Geschäftskunden der Deutschen Telekom. Werner kommt aus der Finanzwelt – und diesen Blick hat er nie abgelegt.

14.10.2026
Lesezeit: 3 min
Themen & Technologien

Heute sorgt er mit seinem Team für die Digitalisierung von mehr als 2,5 Millionen Geschäftskunden in Deutschland, Europa und weltweit. Vom Start-up über den Mittelständler bis zum multinationalen Konzern. Und egal, wie unterschiedlich ihre Herausforderungen sind: Werner interessiert vor allem, was Digitalisierung für ihr Geschäft konkret besser macht.

Die Zahlen im Blut

Werner kennt die Perspektive derjenigen, die Investitionen verantworten müssen, weil es lange seine eigene war. 1994 startete er als Controller im Konzern, seit 2014 war er Finanzchef der Telekom Deutschland, bevor er 2023 die Verantwortung für T Business übernahm.

Mehr als 30 Jahre Telekom, einen großen Teil davon in Finanzverantwortung – das prägt. Werner rechnet gern nach, hinterfragt Business Cases und lässt sich von einem guten Technologieversprechen allein nicht überzeugen. Für ihn muss am Ende klar sein, welchen Unterschied eine Investition für ein Unternehmen macht.

Genau diese Übersetzung zwischen technologischen Möglichkeiten und unternehmerischer Realität sieht er als eine seiner Aufgaben gegenüber den Kunden. Ihn interessiert dabei weniger die technologische Einzelentscheidung von heute als die Frage, welches Fundament ein Unternehmen braucht, um auch morgen erfolgreich zu sein.

Nähe entscheidet

Als Werner 2023 die Verantwortung für T Business übernahm, hätte er sich erst einmal durch Präsentationen, Zahlenwerke und Strategiepapiere arbeiten können. Stattdessen ging er raus: zu Kunden, in die Regionen, zu den Teams. Zuhören, fragen, verstehen – so verschaffte er sich sein eigenes Bild vom Geschäft.

Diese Nähe ist ihm geblieben. „Wer Kunden verstehen will, muss mit ihnen regelmäßig am selben Tisch sitzen“, sagt er.

Und dort zeigt sich schnell, dass es den einen Weg in die Digitalisierung nicht gibt. Das eine Unternehmen muss noch in die Cloud, im anderen geht es längst um den produktiven Einsatz von KI. Werner schert sie nicht über einen Kamm. Er hört zu, ordnet ein und fragt zurück: Was braucht dieses Unternehmen wirklich? Was bringt es weiter? Und wie lässt sich Technologie „sinnvoll und auch ökonomisch sinnvoll einsetzen“?

Komplexität? Erst einmal sortieren.

Zusammenspiel ist für Werner ohnehin ein vertrautes Prinzip. Er ist begeisterter Fußballfan und Mitglied im Beirat des 1. FC Köln. Auch Digitalisierung betrachtet er nicht als Ansammlung einzelner Disziplinen. KI, Cloud, Security und Connectivity funktionieren für ihn nur im Zusammenspiel.

Wer KI produktiv nutzen will, braucht eine Cloud, die die eigenen Datenmengen verarbeiten kann. Wer sicher in der Cloud arbeiten will, braucht Security. Und damit all das funktioniert, braucht es die entsprechende Konnektivität.

Doch wo anfangen, wenn alles gleichzeitig wichtig erscheint? Genau dann beginnt für Werner das Sortieren. Was hängt womit zusammen? Was ist Voraussetzung für was? Und vor allem: Was muss zuerst passieren?

Die Antwort fällt für jedes Unternehmen anders aus. Das Ziel dahinter ist für Werner dasselbe: digitale Resilienz statt neuer digitaler Abhängigkeiten. Auf dem Weg dorthin will er nicht einfach möglichst viel Technologie verkaufen, sondern gemeinsam mit seinen Kunden herausfinden, was sie tatsächlich brauchen.

Der CFO-Blick bleibt

Bei aller Begeisterung für neue Möglichkeiten bleibt Werner Ökonom. Ihn interessiert Technologie nicht um ihrer selbst willen. Er will wissen, was sie für die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens bedeutet – heute und in einigen Jahren.

Wo lohnt sich eine Investition? Wo entstehen neue Abhängigkeiten? Wo wird vermeintlich günstig am Ende teuer? Und wie bewertet man Investitionen in Digitalisierung, wenn sich ihr Nutzen nicht sofort in der Bilanz zeigt?

Das ist sein roter Faden: Digitalisierung muss Unternehmen nicht nur moderner, sondern widerstandsfähiger machen. Technologisch und wirtschaftlich. Aus vielen Einzelentscheidungen soll am Ende ein Fundament entstehen, das trägt.

Der Motor: ins Machen kommen

Bei aller Nüchternheit gibt es einen Punkt, an dem Werner ungeduldig werden kann: wenn zu lange darüber gesprochen wird, warum etwas nicht geht. Einer seiner Sätze, die im Team immer wieder zu hören sind, lautet entsprechend: Wir müssen ins Machen kommen.

Das bedeutet für ihn nicht, jedem technologischen Trend hinterherzulaufen. Im Gegenteil. Erst verstehen, rechnen, einordnen – und dann entscheiden. Aber wenn die Richtung stimmt, will Werner loslegen.

Besonders begeistert ihn der Moment, in dem aus einer Idee ein konkreter Erfolg wird. Wenn Teams erleben, dass Digitalisierung und KI Kosten sparen, Prozesse beschleunigen, Freiräume schaffen und Arbeit leichter und besser machen. „Das überzeugt mich jeden Tag“, sagt er.

Vielleicht beschreibt genau diese Mischung Klaus Werner am besten: der nüchterne Blick des Finanzers und die Ungeduld des Machers. Einer, der erst wissen will, ob etwas trägt – und dann nicht lange darauf warten möchte, dass jemand den ersten Schritt macht.

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